Pädagogische Grundorientierung

Pädagogische Grundorientierung und Erziehungsauftrag basieren auf den Forderungen der Richtlinien und Lehrpläne. Um deren Realisierung gewährleisten zu können, ist es unsere Aufgabe, dass sich in unserer Schule alle am Zusammenspiel Beteiligten –  sowohl Schüler/innen und Lehrer/innen als auch Eltern und  alle weiteren im Schulleben integrierten Personen – wohl fühlen.

Welche Voraussetzungen müssen nun gegeben sein, diese Aufgabe erfüllen zu können?

Die Schule bildet eine Gemeinschaft, in der alle vertrauensvoll miteinander umgehen.

Die Voraussetzungen, dieses Ziel zu erreichen, sind an unserer Schule besonders günstig, da die Paul-Gerhardt-Schule eine kleine, überschaubare Schule ist und die Lehrer/innen in der Regel alle Kinder namentlich kennen. Auch den Schüler/innen sind alle Lehrer/innen bekannt, so dass eine vertrauensvolle Basis für die erzieherische Arbeit gegeben ist.

Ein Teil der Kinder hat schon im Kindergarten miteinander gelernt und gespielt. Bereits vor der Einschulung lernen sich die Kinder bei gemeinsamen Veranstaltungen wie z. B. bei „Schnuppertagen“, Sportfesten, Feiern und Schulfesten kennen und können neue Kontakte knüpfen.

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In der Schule kennen sich alle über die Klassengrenzen hinaus und nehmen Anteil am Anderen. Symbolisch dafür steht die Informationswand direkt im Eingangsbereich der Schule. Neben der Beglückwünschung der Geburtstagskinder werden hier besondere Ereignisse und Leistungen einzelner Klassen bzw. Kinder hervorgehoben.

Die Schule bildet eine Gemeinschaft, in der alle rücksichtsvoll miteinander umgehen, sich gegenseitig helfen und Verantwortung übernehmen.

Sowohl im Unterricht als auch in den Pausen und bei schulischen Veranstaltungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Kinder diesbezüglich zu fördern bzw Freiräume zu schaffen, in denen Entwicklungsmöglichkeiten entstehen, die ein verantwortliches Handeln der Kinder herausfordern.

Das geschieht zum Beispiel in der Betreuung der Schulanfänger/innen durch Patenkinder des 4. Schuljahres. Bereits vor der Einschulung gibt es verschiedene Veranstaltung für und mit unseren „Neuen“. An unseren Schnuppertagen und beim Sport- und Spielfest, die vor den Sommerferien stattfinden, übernehmen die Paten die Betreuung; beim Einschulungsgottesdienst sind sie aktiv beteiligt. Dieses Ziel wird kontinuierlich verfolgt und mündet dann nach 4 Jahren in einem Abschlussgottesdienst, in dem sich nun die ehemaligen Schulanfänger/innen bei ihren Paten für die geleisteten Hilfestellungen bedanken.

Die Schule bildet eine Gemeinschaft, in der sich alle an vereinbarte Regeln halten.

Um ein harmonisches Zusammenleben und -arbeiten gewährleisten zu können, müssen sich in einer Gemeinschaft alle an Verabredungen halten. Dazu sind in jeder Klasse eigene Klassenordnungen entstanden.IMG_2389

Darüber hinaus haben wir unter Beteiligung aller Kinder und des gesamten Kollegiums eine Schulordnung entwickelt. Diese Schulordnung ist somit ein Gemeinschaftsprodukt, von allen unterzeichnet, jedem ausgehändigt und im Schulgebäude veröffentlicht. Damit diese Schulordnung „lebendig“ bleibt, werden die Regeln regelmäßig evaluiert und anschließend bei Bedarf überarbeitet.

Selbstverständlich können so Konflikte nicht gänzlich vermieden werden. Deshalb beginnen wir bereits frühzeitig auf der Grundlage unseres Streitschlichtermodells die Kinder für einen Weg zu sensibilisieren, der Kommunikation Konflikten vorzieht und über einen angeleiteten Dialog für eine Aussprache zwischen beteiligten Konfliktpartnern sorgt.

Die Schule bildet eine Gemeinschaft, in der jeder entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten akzeptiert und gefördert wird.

Eine hohe Akzeptanz des anderen bedingt eine Förderung der sozial-emotionalen Fähigkeiten. Darüber hinaus bedeutet es im Hinblick auf die kognitiven Fähigkeiten, dass alle „dort abgeholt werden, wo sie stehen“. Das heißt, dass jedes Kind gemäß seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend gefördert werden muss. Über- und Unterforderung entsprechen nicht unserem pädagogischen Anspruch und bedingen einen differenzierten und individualisierten Unterricht. Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, sind im Unterricht Maßnahmen zum bedeutungsvollen, selbstständigen und eigenverantwortlichen Lernen unabdingbar und bilden die Basis unserer schulischen Arbeit.

Werkstattarbeit, offene Lernformen und kooperative Lernmethoden verbinden das Lernen aller Kinder miteinander. So gelingt es, bedingt durch diese Lernformen, besonders die Heterogenitiät aller Kinder zu berücksichtigen und zu integrieren.

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Die Schule bildet eine Gemeinschaft, in der alle an der Entwicklung des Schullebens beteiligt sind.

Eine Schule, in der sich alle wohlfühlen, ist grundgelegt auf den vielfältigen Bedürfnissen unserer Kinder. So müssen Regeln und Rituale im Schulalltag genauso weiterentwickelt werden, wie ein Lernen in gesunden Rythmen, bewegt und an den Interessen der Kinder orientiert.

Rückmeldungen zum Beispiel aus dem wöchentlichen Klassenrat sind somit Rückmeldungen zur Weiterentwicklung eines gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Entscheidungen von besonderer Bedeutung werden im Schulparlament besprochen und als „gemeinsame Stimme“ in die Klassen zurückgegeben.